Was Mediation so erfolgreich macht

Mediation hat sich weltweit als eine der erfolgreichsten Methoden zur Lösung von Konflikten bewährt. Sie berücksichtigt die Interessen aller Betroffenen und diese können sich hernach wieder in Achtung und Respekt begegnen. Deshalb nehmen heute auch in der Schweiz Privatpersonen, Unternehmen und Organisationen in Konfliktfällen Mediation als Alternative zu einem Gerichtsprozess in Anspruch. Sie entspricht unserer Vorstellung vom selbstbestimmten Menschen, welcher seine eigenen Konflikte wenn immer möglich auch eigenständig löst, und dies erst noch rascher, effizienter und günstiger als es der Rechtsweg oftmals erlaubt. Ein Beispiel aus dem Alltag:

Die Mieterin freut sich über den neuen Hund. Der Vermieter aber stört sich am Tier und fordert sie auf, es wegzugeben, worauf es zum Streit kommt. In der Folge erwähnt der Vermieter, dass er sich die Kündigung überlege. – In der Mediation stellt sich heraus, dass der Vermieter Angst vor dem Hund hat, weil er einmal von einem gebissen wurde. Als er erfährt, wie wichtig der Hund für die Mieterin ist, können sie sich darauf einigen, dass er bleiben darf, im Treppenhaus aber ab sofort an die kurze Leine genommen wird.

Mediation gelingt, wenn Sie als Betroffene/r eines Konflikts  an seiner Lösung zu Gunsten aller Beteiligten interessiert sind. Dies setzt Offenheit und den Mut voraus, eigene Interessen ehrlich zu erklären und diejenigen der "Gegenseite" zu verstehen und als gleichberechtigt zu erkennen. Mediation eignet sich in vielen Situationen des täglichen Lebens wie zum Beispiel:

Eheleute kommen zum Schluss, sich scheiden zu lassen. In Alimentenfrage und Kinderzuteilung bleiben sie uneins. Das neue Scheidungsrecht kennen sie noch nicht. - Erben sind sich über die Verteilung der Hinterlassenschaft uneinig, alte Verletztheiten brechen neu auf. Nach aussen soll der Streit nicht an die grosse Glocke gehängt werden. - Am Arbeitsplatz herrscht dicke Luft. Niemand wagt offene Worte, weil dies in der Vergangenheit in endlose Streitereien und einmal gar in eine Kündigung ausgeartet ist. - Eltern und Lehrerin sind sich über den richtigen Umgang mit dem Kind in der Schule einmal mehr völlig uneinig. Das Kind will Klasse oder Schule auf keinen Fall wechseln. - Mit dem Baugesuch sind Nachbarn aus verschiedenen Gründen so nicht einverstanden. Das Einspracheverfahren bleibt unübersichtlich, langwierig und verschlechtert die nachbarschaftlichen Beziehungen. Es droht ein kostspieliger Prozess. - Im Verein sind ob der Verwendung finanzieller Mittel oder der Fortführung einer Anstellung zwei unversöhnliche Lager entstanden. Die Vereinstätigkeit leidet darunter. Die ersten Austritte stehen an oder sind bereits erfolgt.

Konflikte gehören zum Alltag. In der Regel müssen wir mit den anderen Betroffenen weiter arbeiten oder leben. In der Mediation wird das durch Streit gestörte oder abgebrochene Gespräch sorgsam neu aufgenommen. Dabei erleben beispielsweise Eltern, Lehrer und Eheleute, dass sie alle am Wohl des Kindes interessiert sind. Aus dem Konflikt wird ein gemeinsames Problem, für das gemeinsam nach einer Lösung gesucht werden kann. In der Mediation werden die mit dem Problem verbundenen Gefühle wie Angst, Wut oder Hilflosigkeit usw. lösungsorientiert mitberücksichtigt.

Auf Ihren Wunsch und im Bedarfsfalle wird die Vermittlung in Co-Mediation mit einer erfahrenen Fachperson aus einem anderen Lebensbereich, etwa einer Psychologin, einem Architekten, einer Sozialarbeiterin, einem Patentanwalt usw., durchgeführt. - Näheres zur Mediation erfahren Sie unter dem Stichwort Ablauf.


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